Brüssel — mehr als Atomium und Maneken Pis
Dieser Beitrag wurde am 23. März 2010 um 3:47 pm erstellt und befindet sich in der Städtereisen. Du kannst dieses Posting als RSS 2.0 Feed abonnieren. Am Ende der Seite kannst du einen Kommentar hinterlassen. Pings sind nicht erlaubt.
Das kleine bronzene Männchen, das so frech in aller Öffentlichkeit uriniert (keine Angst, es ist nur Wasser!) und jenes einem Eisenmolekül nachempfundene und Atomium genannte Gebäude sind vielleicht die berühmtesten Sehenswürdigkeiten, die Belgiens Hauptstadt Brüssel zu bieten hat. Die einzigen sind es beileibe nicht: Die Kirche Notre Dame de Laeken gilt als grösstes Bauwerk der Neugotik in Brüssel und die Basilique du Sacre Coeur gar als viertgrösste Kirche der Welt. Barocke Hausfassaden erwarten den Gast am Grand Place und Königliches am Palais Royal. Und auch der Jugendstil hat sich in zahlreichen Gebäuden der belgischen Hauptstadt verewigt. Kurzum: Brüssel ist als lebendige Stadt voller Sehenswürdigkeiten, zudem ein Paradies für Kunstfreunde und Gourmets und somit auf jeden Fall eine Reise wert.
Einst war Brüssel ein Dorf; bereits in einer Urkunde von Otto dem Grossen ist von einem Dorf mit Namen Broeksele die Rede. Dörflich kann man Brüssel mit seinen etwa 150.000 Einwohnern allerdings heute kaum noch nennen. Im gesamten Grossraum Brüssel leben etwa eine Million Menschen. Die Geschichte Brüssels hat in der Stadt zahlreiche Spuren hinterlassen. Und wer allen folgen möchte, muss definitiv mehr als einen Tag Zeit mitbringen. Hier in Brüssel steht die Cathedrale Saint-Michel als Nationalkirche des Königreiches. Paläste und königliche Museen schmücken den Mont des Arts mit dem Place Royal als Zentrum. In Brüssels Vorort Waterloo erinnert der Löwenhügel an die berühmte gleichnamige Schlacht, die zu Napoleons Fiasko wurde. Für Brüssel benötigt man eigentlich keinen Reiseführer. Wer etwas Zeit hat, beginnt einfach zu schlendern, spaziert vielleicht am Brüsseler Triumphbogen vorbei und wartet, bis ihm weitere Sehenswürdigkeiten ins Blickfeld geraten: Allzu lange wird es nicht dauern.Â
Brüssel – die Kunst- und Museenstadt
Brüssel ist Kunststadt. Sie war Lehrstätte für den Surrealisten René Magritte und ist keine Stadt, in der Kunst heute nur in Museen lebt. Sie dringt in den Alltag der Einwohner ein und manifestiert sich etwa in U-Bahn-Stationen. Viele der Stationen in Brüssel wurden von Künstlern zu etwas ganz Besonderem, Einmaligem umgewandelt. U-Bahn fahren kann man hier dennoch nach wie vor. Zu den Museen der Stadt gehört das Königliche Museum der Feinen Künste mit ungefähr 20.000 Zeichnungen, Gemälden und Skulpturen. Ganz andere als die dort gezeigte Kunst kreieren oder kreierten die Comiczeichner und Autoren der Stadt. Das Marsipulami wurde hier ebenso geboren wie Lucky Luke oder Tim und Struppi. Den Comics wurde deshalb in Brüssel ein eigenes Museum gewidmet. Daneben gäbe es in Brüssel dann noch… ein René Magritte-Museum, ein Kino- und ein Brauereimuseum, ein Jüdisches- und ein Medizinmuseum, ein Museum für Fantastische und für Spontane Kunst und dann noch… Sie sollten wirklich mehr als einen Tag Zeit mitbringen, wenn Sie Brüssel besuchen.Â
Brüssel, die Politik und die Parks
Brüssel gehört zu den wichtigsten Städten der Europäischen Union. Wie bedeutend die Stadt fürs Vereinigte Europa ist, zeigt sich im Europa-Viertel der Stadt: Berlaymont-Gebäude heisst der Sitz der Europäischen Kommission, während der Rat der Europäischen Union im Brüsseler Justus-Lipsius-Gebäude tagt. Aber all diese Bauwerke der Stadt mögen noch so berühmt und bedeutend sein: Wer ein paar Tage in Belgiens Hauptstadt verweilt, während die Sommersonne die Temperaturen auf 30 Grad und mehr steigen lässt, zieht vielleicht den Aufenthalt in einem Park vor. Brüssel hat viele davon zu bieten. Sie tragen Namen wie Parc de Bruvelles (Warandepark), Cinquantenaire (Jubelpark), Parc de Laeken Jardin Botanique oder Parc Astrid. Und sie alle geben Zeugnis von grossartiger Gartenbaukunst. Was bisweilen aber noch viel wichtiger ist: Sie tragen ein Stück Natur in die Stadt und können heisse Sommertage auch im urbanen Umfeld zu einem echten Genuss machen.Â
Brüssel und das blühende Leben
Das vielleicht Schönste an Brüssel sind die Viertel der Stadt und das teils sehr quirlige Leben in ihnen. Mondän präsentiert sich das Quartier Merode, Szenebars finden Sie etwa im Quartier Saint-Gery-Dansaert, gemütlich wird’s im Quartier Saint-Jacques und Saint-Gilles gilt als schönes Künstlerviertel. Wer Hunger im Bauch verspürt, sucht eventuell die Rue des Bouchers auf und wählt eins der zahlreichen dort ansässigen Restaurants. Familien besuchen vielleicht vorab noch Mini Europe. Der Miniaturpark zeigt berühmte Wahrzeichen Europas in beeindruckender Miniaturform. Der Preis für die Produktion von manch einer hier ausgestellten Miniatur geht in die Hunderttausende.Â
Flughäfen
Im Grossraum Brüssel liegen die beiden grösseren Flughäfen Brüssel Zaventem und Brüssel Charleroi. Während Zaventem etwa elf Kilometer entfernt liegt, muss man vom Flughafen Brüssel-Charleroi ungefähr vierzig Kilometer bis zur belgischen Hauptstadt fahren.